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Carl Busse
Gedichte
. 2. veränderte Auflage (vermutlich) 1894/1895
Der Schlaf
Im dunklen Haare wildblühenden Mohn,
Hellrote Blumen verschlungen zum Kranz,
So träumst du herab vom nächtigen Thron,
Umstrahlt von erblassendem Sternenglanz.
Es haben die langen Wimpern gelegt
Sich über die Augen, wölbend und sacht,
Kaum daß dein Gelock im Winde sich regt,
Sich leise bewegt in der Stille der Nacht.
Einen süßen, verträumten Zug um den Mund,
So gehst du dahin, das Antlitz bleich,
Und wo du wandelst, wird Stille im Rund,
Selbst der Quell fällt leiser zum schlummernden Teich.
Und Abendfalter sind um dich her,
In seltenen Farben, in schimmernder Pracht,
Das ist der Träume gaukelndes Heer,
Das sind die wirren Gebilde der Nacht.
Du streckst sie aus, die segnende Hand,
Und die Sorgen entfliehn, die Sorgen sind fern,
In wohligem Schlummer dehnt sich das Land
Und den Menschen schimmert ein Hoffnungsstern.
Und pochen die Herzen auch noch so heiß,
Wenn heißer, fiebernder Schmerz sie traf, -
Deine Hand ist lind, deine Hand ist weiß,
Und sie trämen und lächeln.. im Schlaf.. im Schlaf.
Carl
Busse . 1872 - 1918
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