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Gedichte, Lyrik, Poesie

Der Irdische
162 Bücher



Alfons Petzold
Der Irdische . 1. Auflage 1923



Der Dorftrottel

Er ist bucklig, und die Beine
schleppt er in halber Lähmung nach.
Seine Augen sind tot wie Steine,
und die brüchige Stimme ist eine,
die ein Siechtum in Stücke brach.

Im Armenhause lebt er nicht,
dort sind die Stuben für ihn zu gut;
des Nachts sein armes Höhlengesicht
in Winkeln voll Dunkel und Unrat ruht.

Nicht einer sich zu dem Armen bekennt -
er scheint von einem Tiere geboren.
Wenn ihn ein Zufall beim Namen nennt,
so schleicht ein Ekel in alle Ohren.

Gefürchtet wird er wie ein kranker Hund.
Man sagt ihm Dinge nach, bösester Art;
ein Weinen zieht um jedes Kindes Mund,
das ihn vor sich auf seinem Weg gewahrt.

Vom Abfall, den ein Besen abseits schiebt,
und von den Beeren, die der Wald ihm gibt,
lebt er, und oftmals rauft er sich herum
mit Hunden um ein Bein, voll Gier und stumm.

Heut gab ich ihm ein Päckchen Rauchtabak.
Erst stand er starr vor mir, wie Knüppelholz,
dann griff er schnell in den zerlumpten Sack
und gab mir eine Rose .......
Er lächelte dazu gar seltsam schön und stolz.


  Alfons Petzold . 1882 - 1923






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