Gedichte.eu Impressum    

Gedichte, Lyrik, Poesie

Der ewige Tag
162 Bücher



Paul Boldt
Der ewige Tag . 2. Auflage 1912



Berlin III

Schornsteine stehn in großem Zwischenraum
Im Wintertag und tragen seine Last,
Des schwarzen Himmels dunkelnden Palast.
Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.

Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus,
Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt,
Und auf vereisten Schienen mühsam schleppt
Ein langer Güterzug sich schwer hinaus.

Ein Armenkirchhof ragt, schwarz, Stein an Stein,
Die Toten schaun den roten Untergang
Aus ihrem Loch. Er schmeckt wie starker Wein.

Sie sitzen strickend an der Wand entlang,
Mützen aus Ruß dem nackten Schläfenbein,
Zur Marseillaise, dem alten Sturmgesang.


  Georg Heym . 1887 - 1912






Gedicht: Berlin III

Expressionisten
Dichter abc


Heym
Der ewige Tag

Intern
Fehler melden!

Internet
Literatur und Kultur
Autorenseiten
Internet





Partnerlinks: Internet


Gedichte.eu - copyright © 2008 - 2009, camo & pfeiffer

Berlin III, Georg Heym