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Schlußsteine
162 Bücher



Hermann von Lingg
Schlußsteine . 1. Auflage 1878



Als wie ein Frühling mich entzückte
Dein erster Gruß, als ich die Lust
Von allen Himmeln an mich drückte,
Und Jauchzen war in meiner Brust;
Da rief ich meines Glückes voll,
Empor rief ich's zum Sternenschimmer:
Ein Herz, ein Herz ist mein und soll
Das meine bleiben auch für immer,
    Für immer, ja für immer!

Als ich den Abgrund dann erkannte,
Der zwischen unserm Wesen lag,
Und als ich mich von dir verbannte,
An jenem sonnenlosen Tag:
Mit finst'rem Muth schlug ich's entzwei
Das hohle Glück, und warf's in Trümmer,
Und fest sprach ich zu mir: Vorbei!
Verloren ist sie dir für immer,
    Für immer, ja für immer!

Und dieser Vorsatz steht begründet,
Erhaben über Leid und Weh;
Der Blitz, der in der Eb'ne zündet,
Wirft in den Hochgebirgen Schnee.
Das holde Wahngebild erblich -
Wirf weg, mein Herz, all eitlen Flimmer!
Gewöhn' an den Gedanken dich:
Es ist geschieden, und für immer,
    Für immer, ja für immer!


  Hermann von Lingg . 1820 - 1905






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