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Rudolf Presber
Und
all' die Kränze ... . 1. Auflage 1911
Sommerglück
Niemand weiß von unserm Bunde,
Niemand weiß von unserm Glück;
Keiner ahnt, daß dir vom Munde
Ich die kleinen Lieder pflück'.
Kleine Lieder, die uns tollen
Froh voraus im Sonnenschein;
Unsrer Liebe Falter, sollen
Sie uns lieb wie Kinder sein.
Was ich träume, hoff' und heische,
Lächelt mir ihr lieb Gesicht;
Rings die Kinderchen im Fleische
Sind so fein, wie unsre, nicht;
Heben übern Rosenhügel
Und das junge Nelkenbeet
Nicht so zarte Silberflügel,
Wenn die Sonne schlafen geht;
Sind nicht allen holden Dingen,
Nicht den Blüten rings im Land,
Sonnenschein und Schmetterlingen,
Wie die unseren, verwandt.
Spielend auf den goldnen Psaltern
Hebt sich unsre Kinderschaar,
Und sie wird und soll nicht altern
Mit dem Sommer, mit dem Jahr.
Wenn am Stab schon, müd' und greise,
Schleicht, was heute frühlingsjung,
Geht durch meine Liebesweise
Zärtliche Erinnerung;
Lacht aus unsres Lenzes Tagen
Eine unverwischte Spur:
Unsrer Liebe Kinder tragen
Frühling noch durch die Natur.
Wo sich zwei in Treue dienen,
Schleichen sie auf leichtem Fuß,
Singen leis und bringen ihnen
Unsern Segen, unsern Gruß ...
Rudolf
Presber . 1868 - 1935
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