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Anna Ritter
Befreiung
. 1. Auflage 1900
Vom Schmerz
Wer dich gesehn, vergißt dich nimmermehr!
Dein schönes Antlitz schimmert seltsam blaß,
Im dunklen Auge ringen Lieb und Haß
Um schweren Sieg, der Mund ist stolz geschnitten
Und schweigt beredt, als ob er viel gelitten. -
Wer dich gesehn, dem wird das Lachen schwer!
Wer dich gesehn, geht durch die Erdenzeit:
Ein fremder Gast! Und keiner Stunde Ziel
Lockt seine Seele von dem heilgen Ziel,
Das über dieses thränenvolle Leben
Verklärte Hände in die Wolken heben. -
Wer dich gesehn, gehört der Ewigkeit!
Anna
Ritter . 1865 - 1921
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