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Robert Eduard Prutz
Gedichte
. 3. Auflage 1847
Der neue Papageno
1842.
Du willst die Völker zwingen
Durch sanfte Melodien,
Die Glöcklein läßt du klingen
Und denkst, wir sollen knien:
Als wären wir Kameele,
Die man beladen will,
Als wäre unsre Seele,
Wie unser Mund, so still. -
Das Große und das Schöne,
Das uns die Herzen schwellt,
Die allerhöchsten Töne,
Die heiligsten der Welt:
Du brauchst sie, uns zu leiten,
Es ist der neuste Ton,
Du reißest in die Saiten -
Nun, Bären! tanzt ihr schon?
Umsonst! - Du bist der Meister
Der freien Töne nie,
Du fesselst nicht die Geister
An deine Melodie:
Schon wird von wachsenden Tönen
Die horchende Erde gepackt,
Sie hallen, sie schallen, sie dröhnen -
Und du verlierst den Takt!
Robert
Eduard Prutz . 1816 - 1872
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