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Robert Eduard Prutz
Gedichte . 3. Auflage 1847



Lied

Wohl viele tausend Vögelein
Wohnen und singen im grünen Hain.
Sie haben all zwei Flüglein schön,
Zu fliegen über Land und Seen,
Sie haben alle süßen Mund,
Zu singen hell aus Herzensgrund -
    O bitt' euch, liebe Vögelein,
    Will keins von euch mein Bote sein?

Ich will euch senden in ein Thal
Mit lust'gen Quellen ohne Zahl,
Da blühen Blumen süß und lind
Und wiegen sich im Abendwind;
Ich will euch senden vor ein Haus,
Da lacht der Frühling selbst heraus -
    O bitt' euch, liebe Vögelein,
    Will keins von euch mein Bote sein?

Und sehnt ihr nach des Waldes Glück,
Nach Rosen und Liedern euch zurück:
Zu einer Rose send' ich euch,
Mein holdes Lieb schaut Rosen gleich,
Mein holdes Lieb spricht süßen Klang,
Als wär' es Nachtigallensang -
    O bitt' euch, liebe Vögelein,
    Will keins von euch mein Bote sein?

Drum wer sich rasch und fröhlich schwingt
Und meine Botschaft zu ihr bringt,
Den läßt sie lächelnd zu sich ein,
Füttert ihn groß mit Leckerein,
Macht ihm an ihrer Brust ein Nest,
Und hält ihn warm und hält ihn fest -
    O bitt' euch, liebe Vögelein,
    Will keins von euch mein Bote sein?

Am Liebsten flög' ich selber hin,
Und sagt' ihr, wie so treu ich bin,
Und klagt' ihr meine lange Pein,
Daß ich von ihr muß ferne sein:
Da läg' ich auch an ihrer Brust,
Und Kuß um Kuß und Liebeslust -
    O bitt' euch, liebe Vögelein,
    Will keines mir zwei Flügel leihn?


  Robert Eduard Prutz . 1816 - 1872






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