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Robert Eduard Prutz
Gedichte
. 3. Auflage 1847
Mit Granatschmuck
Stumm
ist der Stein: er kann nicht sagen
Mit der Granate rothem Mund,
Was ich ihm Liebes aufgetragen
Aus meiner Seele tiefstem Grund.
Aus finstern Klüften losgebrochen,
Genährt an starrer Felsen Brust,
Versteht er nicht mein Herzenspochen,
Mein Grämen nicht, noch meine Lust.
Und doch mit Tönen, leicht zu kennen,
Wenn nur dein Herz ihr Echo ist,
Wird er dir einen Namen nennen,
Den du nur allzubald - vergißt.
Von all dem Zauber wird er sagen,
Der deinem Feentritt entquoll,
Um diesen Frühling wird er klagen,
Daß er so bald entschwinden soll.
Er wird dir leis, o leise singen,
Gleich wie ein Vöglein zum Valet,
Und wird in's tiefste Herz dir dringen,
Wie mit des Donners Majestät.
Geschieht solch Wunder todten Steinen,
Daß Sang und Klang sich drinnen regt,
O Mädchen, sprich, was willst du meinen,
Daß mein lebendig Herz bewegt?
Robert
Eduard Prutz . 1816 - 1872
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