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162 Bücher



Robert Eduard Prutz
Gedichte . 3. Auflage 1847



Vertrauen

1842.

Wir wollen ja gern vertrauen,
    Wohlan, vertraut auch Ihr!
Und dann verbrüdert bauen
    Den Dom der Freiheit wir.

Ihr seid die Hocherkornen,
    Ihr kennt die Sehnsucht nicht,
Von der uns Staubgebornen
    Die bange Seele bricht.

Ihr kennet nicht die Wunden
Ohnmächt'ger Sklaverei.
Ihr habt es nie empfunden,
Wie schwer die Knechtschaft sei.

Und doch, in goldnen Mauern
    Unter der Krone Last,
Auch Ihr seid zu bedauern -
    So einsam, so verhaßt!

Wohlan, von Euren Thronen
    So steigt auch Ihr herab,
Und legt die kalten Kronen,
    Den todten Purpur ab.

Laßt uns die Herzen tauschen,
    Das allerwärmste Blut!
Laßt wonnig uns durchrauschen
    Des Lebens heil'ge Fluth!

Noch ist es Zeit zu wählen,
    O nehmt die Zeit in Acht!
Noch haben unsre Seelen
    Nicht ganz sich losgemacht!

Noch wollen wir vertrauen,
    Wohlan, vertraut auch Ihr!
Und dann verbrüdert bauen
    Den Dom der Freiheit wir.


  Robert Eduard Prutz . 1816 - 1872






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