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Hugo Salus
Gedichte
. 1. Auflage 1898
Dunkel
Zwischen dunklen Tannenbäumen
Seh ich gern zur Dämmerzeit,
Wenn verträumt die Äste schwanken,
Schimmern hell ein Frauenkleid;
Oder in des Waldsees dunklem
Wasser, drauf der Nebel raucht,
Eines Knaben weißen Körper,
Wenn er aus den Fluten taucht;
Oder draußen, weit im Meere,
Drauf des Abends Schleier sinkt,
Wenn ein Restchen Licht erhaschend
Hell ein weißes Segel blinkt.
Solch ein kleiner Streifen Lichtes,
Dem allein die Lust verblieb,
Seine Strahlen auszusenden,
Macht mir erst das Dunkel lieb;
Das mich ängstigt, wenn es neidisch
Auch den letzten Strahl verdrängt
Und die schwarze Trauerfahne
Triumphierend niedersenkt.
Hugo
Salus . 1866 - 1929
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