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Hugo Salus
Gedichte . 1. Auflage 1898



Im Reisewagen

Das ist die Pflicht: mit diesem fremden Mann
- Wir haben uns fürwahr nicht viel zu sagen -
Zwingt mich des grauen Werkeltages Bann
Für einen ganzen Tag in einen Wagen.

Was spricht man nur den ganzen langen Tag?
Vom Wetter, wie es ist an diesem Morgen,
Und wie es wohl noch heute werden mag,
Und "jene dunkle Wolke macht mir Sorgen."

Dann, wie die Saaten stehn in diesem Jahr,
Und wie die Bauern jetzt so lässig zahlen,
Daß in dem Dorfe dort ein Feuer war,
Und von den letzten aufgeregten Wahlen.

Du lieber Gott, was für ein Tag wird das,
Mühsam verscheucht durch gähnende Lappalien!
Fürwahr, mich schläfert's schon. Da spricht er was,
So nebenher, von Rom und von Italien.

Er war vor Jahren dort; bis in Sorrent.
"Ich auch." - "Ja dort, dort lebt man aus dem Vollen!"
Sein Auge leuchtet, seine Wange brennt.
Ein lieber Mensch! Ich hätt' ihn küssen wollen.

Verona und Neapel, Rom, Florenz,
O Wonnen über Wonnen, nicht zu sagen!
Der Mond steht voll im Blau des Firmaments
Und lacht herab auf unsern Reisewagen...


  Hugo Salus . 1866 - 1929






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